Die Freie Hansestadt Bremen bildet mit Bremerhaven ein eigenes Bundesland. Die beiden Städte sind rund 57 km voneinander entfernt und durch niedersächsisches Gebiet getrennt. Seit Jahrhunderten lebt Bremen von seinen Häfen und tut es bis heute als die zweitgrößte Hafenstadt in Deutschland. Schnittpunkt internationaler Warenströme, Umschlagplatz jeglicher Güter aus aller Herren Länder, zentrale Adresse der Weltschifffahrtsverkehre: Bremen verkörpert alles, was einen Welthafen ausmacht. Diverse Werften, Ölraffinerien, Elektroindustrie, Textilfabriken, Kaffeeröstereien und Bierbrauereien haben sich in der Hansestadt angesiedelt. Seit 1970 ist Bremen auch Universitätsstadt. Bei einem Spaziergang durch die historische Innenstadt mit dem berühmten Marktplatz, dem Schnoorviertel und der Böttcherstraße ist die 1200-jährige Geschichte der Stadt überall gegenwärtig. Märchenhafte Gestalten wie die berühmten "Bremer Stadtmusikanten" gehören genauso zum Stadtbild wie die Becks-Brauerei und deren "Flagschiff" die Alexander von Humboldt, die in Bremerhaven zu Hause ist. Beeindruckend ist auch das mittelalterliche Schnoor-Viertel an der Weser. Ein ehemaliges Handwerker- und Schifferviertel mit uralten Fachwerkbauten, in dem sich heute Galerien, Goldschmieden, kleine Geschäfte und Kneipen befinden. Die Stadtgemeinde Bremen ist die Hauptstadt des Landes Freie Hansestadt Bremen. Zu diesem Zwei-Städte-Staat gehört neben der Stadtgemeinde Bremen noch die 60 Kilometer nördlich gelegene Stadtgemeinde Bremerhaven. Bremen ist die zehntgrößte Stadt Deutschlands. Die Stadt gehört zur Europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg, einer von insgesamt elf Europäischen Metropolregionen in Deutschland.Bremen liegt zu beiden Seiten der Weser, etwa 60 Kilometer vor deren Mündung in die Nordsee bzw. deren Übergang in die Außenweser bei Bremerhaven. In Höhe der Bremer Altstadt geht die Mittelweser in die Unterweser über, die ab dem Bremer Hafengebiet zur Seeschifffahrtsstraße ausgebaut ist. Die von der Ochtum durchzogene Landschaft links der Unterweser wird als Wesermarsch bezeichnet, die Landschaft rechts der Unterweser gehört zum Elbe-Weser-Dreieck. Die Lesum, mit ihren Quellflüssen Wümme und Hamme, die Schönebecker und die Blumenthaler Aue bilden von hier aus die Zuflüsse der Weser. Das Stadtgebiet ist etwa 38 Kilometer lang und 16 Kilometer breit. Bremen ist bezogen auf die Fläche (siehe: Liste der flächengrößten Städte und Gemeinden Deutschlands) die dreizehntgrößte Stadt Deutschlands und bezogen auf die Einwohnerzahl nach Hamburg die zweitgrößte Stadt im Nordwesten Deutschlands und die zehntgrößte in ganz Deutschland (siehe: Liste der Großstädte in Deutschland). Bremen liegt etwa 50 Kilometer östlich von Oldenburg (Oldenburg), 110 Kilometer südwestlich von Hamburg, 120 Kilometer nordwestlich von Hannover, 100 Kilometer nördlich von Minden und 105 Kilometer nordöstlich von Osnabrück. Ein Teil des Bremerhavener Hafengeländes bildet eine Exklave der Stadt Bremen. Das Stadtgebiet Bremens ist in fünf Stadtbezirke eingeteilt. Von den insgesamt 89 Ortsteilen sind fünf direkt einem Stadtbezirk zugeordnet, die anderen sind in den 18 Stadtteilen zusammengefasst, die ihrerseits den Stadtbezirken zugeordnet sind. Die Namen der Stadt- und Ortsteile gehen weitgehend auf historisch gewachsene Bezeichnungen zurück. Für bestimmte örtliche Verwaltungsaufgaben sind 17 Ortsämter zuständig, davon vier als gemeinsame Ortsämter für jeweils mehrere Stadt- bzw. Ortsteile. Für die Stadtteile und selbständigen Ortsteile ist auf kommunalpolitischer Ebene jeweils ein Beirat zuständig. Ausnahme: Die Ortsteile des Stadtteils Häfen werden aufgrund der geringen Einwohnerzahl von anderen Beiräten betreut. Die 22 Beiräte werden alle vier Jahre von den Bürgern direkt gewählt und tagen mehrmals im Jahr öffentlich. Die Befugnisse des Beirats sind ähnlich beschränkt wie bei der Bezirksversammlung oder Bezirksverordnetenversammlung anderer Stadtstaaten. Zur Stadt Bremen gehört auch das etwa 8 km² große stadtbremische Überseehafengebiet, für das die Stadt Bremerhaven im Rahmen von Verträgen mit der Stadt Bremen als Gemeindeverwaltung zuständig ist. Derzeit bestehen Verträge über die Müllabfuhr sowie über Brandschutz, Hilfeleistung und Rettungsdienst. Der Werdersee ist ein 1953 bis 1960 angelegter und zwischen 1981 und 1987 vergrößerter See in der Flutrinne weseraufwärts der Kleinen Weser. Vom Mittelalter bis zum Bau des Wehrs 1968 am Teerhof war die Kleine Weser (im 17. Jahrhundert noch dreieinhalb Kilometer lang, bis nach Huckelriede) ein flussaufwärts blind endendes Tidengewässer, das nur bei Flusshochwasser durch eine Flutrinne Wasser aus Richtung Mittelweser erhielt, genaugenommen also eine schmale langgezogene Bucht in einem alten Flussbett. Sie wurde auch „Ohle Weser“ („Alte Weser“ im Sinne von Altwasser) genannt. In den Jahren 1953 bis 1960 wurde die Flutrinne zur Verbesserung des Hochwasserschutzes verlegt und teilweise vertieft. War sie vorher gegenüber dem Peterswerder vom Flussbett der Weser abgezweigt, also unterhalb des 1911 gebauten Hemelinger Weserwehrs, so zweigt sie seither zwei Flusskilometer oberhalb dieses Wehrs ab. Dadurch entstand die Möglichkeit, das Weserwehr bei Hochwasser zu entlasten. Außerdem konnte die vorher bestehende teilweise parallele Flutrinne durch den Peterswerder eingespart werden. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde der Werdersee angelegt, der damals am Deichschartweg begann und nur 2,4 Kilometer lang war. Seine Umgebung wurde parkartig mit Liegewiesen und Spielplätzen gestaltet. Von der Kleinen Weser war der Werdersee durch eine Landbrücke getrennt, durch die hindurch nur ein relativ schmaler Graben beide verband. 1968 wurde in die Kleine Weser 320 Meter östlich ihrer Mündung in die Weser ein Wehr eingebaut, das sie von der Tide abschirmt. Bei dem Weserhochwasser von März 1981 bewährte sich die Flutrinne nicht. Die aus der Mittelweser einströmenden Wassermassen nahmen überwiegend einen anderen Weg, strömten schon an der Werderbrücke (heute Karl-Carstens-Brücke) in die Unterweser und gruben sich dabei ein tiefes neues Bett. Nach dem Schluss der bei dem Hochwasser entstandenen Deichlücken erfolgten in den Jahren 1981 bis 1987 wesentliche Umgestaltungen, damit bei zukünftigen ähnlichen Hochwassern (seither noch nicht eingetreten) das Wasser eine bessere Führung hat: Der östlichste Teil der Flutrinne wurde erhöht, um die Strömungsgeschwindigkeit übertretenden Wassers zu verlangsamen. Gleichzeitig wurde der Sommerdeich an der Abzweigung der Rinne aus der Mittelweser entfernt. Nun begrenzt ein Sommerdeich die Flutrinne seitlich zum Stadtwerder hin. Im Bereich der Karl-Carstens-Brücke wurde die Flutrinne vertieft, um strömendes Wasser von den Brückenfundamenten fernzuhalten. Dadurch wurde der Werdersee weseraufwärts um einen Kilometer verlängert und reicht jetzt unter der Brücke hindurch bis an die Wehrstraße. Die Landbrücke zwischen Werdersee und Kleiner Weser wurde entfernt, damit aus der Mittelweser übergetretenes Hochwasser gegebenenfalls ungehindert in die Unterweser abfließen kann. Nördlich der Flutrinne, also durch das östliche Ende des eingedeichten Stadtwerders, wurde der Werderseezuleiter angelegt, der an beiden Deichpassagen mit Schiebern versehen ist, aber als Ausgleichsmaßnahme für Baumaßnahmen im Hafengebiet naturähnlich gestaltet wurde. Heutiger Zustand Ein Teil des 1981 „wild“ entstandenen Hochwasserbetts wurde belassen (siehe auch: Weserdurchbruch 1981). Hier befindet sich jetzt das Naturschutzgebiet Neue Weser mit einem buchtenreichen See. Der größere östliche Teil der Kleinen Weser bildet zusammen mit dem anschließenden Werdersee ein 5,22 km langes stehendes Gewässer (Fachbegriff „Stillgewässer“). Die Uferlinie lässt die Grenze zwischen beiden nicht genau erkennen. Definitionsgemäß liegt sie im ehemaligen Verlauf des Deichschartweges. Durch die Schieber des Werderseezuleiters wird der Wasserdurchsatz bei 4 m³/s gehalten, also 1,2 % des durchschnittlichen Weserablaufs von 325 m³/s. Damit ist der Werderseezuleiter als Fischpass tauglich und ebenso die Fischtreppe am Wehr der kleinen Weser. Der Wasserspiegel des Werdersees liegt mit 3,80 m über NN 70 cm unter dem der Mittelweser (hier 4,50 m über NN). Der See hat heute eine Fläche von etwa 37 Hektar und ist damit Bremens größter Badesee. Seine maximale Tiefe beträgt drei Meter, seine maximale Breite 308 Meter. Westlich der Karl-Carstens-Brücke befindet sich an seinem Nordufer eine für die Öffentlichkeit gesperrte Vogelinsel, östlich dieser Brücke am Südufer zwei kleine Inseln und eine Halbinsel, sowie am Nordufer eine kleinere Halbinsel. Genutzt wird der See für vielfältige Sport- und Freizeitaktivitäten, so befinden sich an seinen Ufern mehrere Wassersportvereine, große Liegewiesen und ein künstlich angelegter Strand mit Nichtschwimmerbereich. Zudem findet hier alljährlich die Große Bremer Ruderregatta statt. Die westlichen 300 Meter der Kleinen Weser sind nach wie vor ein Tidengewässer. Die Trennung zum Stillgewässer bildet das Wehr in der Kleinen Weser, das den Tidenhub absperrt. Das Wehr wurde 1972, zehn Jahre nach dem Hochwasser von 1962, zwischen der Teerhofinsel und dem Altem Deich auf der Neustadtseite errichtet.